Ehrungen zum 100. Geburtstag des Bildhauers Günther Oellers
Das Elisabeth-Hospiz in Lohmar-Deesem zeigt erstmals im Rahmen eines Sommerfestes am 31. 8. 2025 eine neue Dauerpräsentation mit Skulpturen des Linzer Bildhauers, u.a. Stein- und Holzskulpturen sowie einen sog. „Klangstein“. Ebenso sind im Hospiz Arbeiten seiner Ehefrau, der Malerin Edith Oellers-Teuber zu sehen (1923 – 2015).
Der Kunstverein Linz/Rhein zeigt vom 20. 9. – 5. 10. 2025 zusammen mit dem Stadtarchiv Linz die Ausstellung „Günther Oellers 1925 – 2011 – ein Bildhauer in seiner Stadt“ (Eröffnung am 20. 9. um 17 Uhr).
Als einer der letzten Überlebenden einer großen Künstler-Generation, die in den 1960er Jahren der Moderne in Deutschland Weltgeltung verschafft haben, konnte Günther Uecker kürzlich in Düsseldorf seinen 95. Geburtstag feiern. Am 13.3.1930 in Wendorf (Mecklenburg-Vorpommern) geboren, kam er nach Studien in Wismar und Westberlin 1955 an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bis 1957 bei Otto Pankok studierte.
Der radikale künstlerische Aufbruch dieser Zeit spiegelt sich in der bereits 1958 von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Künstlergruppe ZERO, der Uecker 1961 beitrat. Die Kunst in der „Stunde Null“ sollte von allem Ballast der Traditionen befreit sein, propagierte eine Ästhetik des Purismus und wandte sich neuen Formen der Kunst zu: Sie bevorzugte die Monochromie der reinen Farbe, experimentierte mit Licht und Bewegung (Kinetik), mit Feuer und Luft oder wandte sich technischen Alltagsmaterialien wie Glas und Metallen zu – so konnte z.B. Uecker mit seinen zahlreichen Nagelreliefs bestimmte Bewegungsmuster oder eigene Licht- und Schatteneffekte ausarbeiten.
Es ist der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet, daß auch in Günther Ueckers späterem Werk eine gesellschaftspolitische Dimension Eingang gefunden hat, die hier von einem tiefen humanistischen Ideal geprägt ist. Zum einen kann sich dabei eine künstlerische Reaktion auf weltpolitische Ereignisse widerspiegeln – auf die Atomkatastrophe von Tschernobyl reagierte er z.B. mit einer Serie von „Aschebildern“, thematisiert den Vietnamkrieg und die Erinnerung an das KZ Buchenwald – andererseits beschäftigt sich Uecker zunehmend mit den Grund- und Lebensprinzipien menschlichen Daseins, was ihn zugleich immer mehr auch mit kirchlichen Institutionen in Berührung bringt.
Schon zum Berliner Katholikentag 1980 präsentierte er sein mit Nägeln gespicktes (Flüchtlings-)Boot „Chichicastenango“ – als Symbol und Teil einer Passionsgeschichte aus dem von Bürgerkriegsgreueln betroffenen Ort in Guatemala. Nun steht es treffend in der Pax Christi Kirche in Krefeld. In den Jahren 1998-99 gestaltete Uecker dann im Berliner Reichstag einen interreligiösen Andachtsraum. Weitere Arbeiten folgten: Im Jahr 2000 schuf er 14 „Gebrochene Kreuze“ – mit Nägeln und Tüchern versehene, bis 6 Meter hohe Kreuzpfähle, die seit 2003 in der Lübecker Marienkirche zu sehen sind.
Eine ähnliche Arbeit ist die erstmals 2001 im Bundestag aufgestellte Installation „Zeichen und Schriften – Dialog“, entstanden als Reaktion auf den 11. September. Hier umstellen die per Hand auf Tüchern niedergeschriebenen Friedensgebote aus Altem Testament und Koran eine Vielzahl von genagelten und verbundenen Holzpfählen („Schmerzensstelen“). Eine neuerliche eindrucksvolle Präsentation fand die Arbeit dann in der Karlskapelle des Aachener Domes, die im Rahmen einer den drei monotheistischen Religionen gewidmeten Ausstellung („Ex oriente“) stattfand (Abb.).
Das Thema der Passion blieb für Uecker immer aktuell: Er gestaltete Bühnenbilder zur Matthäus-Passion, verhüllte 2017 zur Fastenzeit den Altar in der Paul-Gerhardt-Kirche im Prenzlauer Berg. In der Ausstellung „Im Kreis gehen“ (2018 in der Stephanskirche Münster) widmete sich Uecker dann dem in vielen Religionen verbreiteten Ewigkeits-Symbol des „Ouroboros“. Jüngstes Beispiel für eine unvoreingenommene Verbindung von Kunst und Kirche sind die Glasfenster im Dom von Schwerin, die den in kühlem Weiß gefassten Kirchenraum in einem grandios ausgreifendem „Lichtbogen“ aus blauen und weißen Farbgläsern aufleuchten lassen.
Als einem Klassiker der Moderne ist es Uecker gelungen, im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung auch im Raum der Kirche gültige Werke zu schaffen und zugleich zu einem Mittler zwischen den Kulturen und Religionen zu werden.
„Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: ‚Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben‘ (Ps 139, 11.12).“ (Exsultet)
Das berühmte Fresko mit der Darstellung des Deszensus Christi – hinabgestiegen in das Reich des Todes – war ein Höhepunkt der Studienreise anlässlich des 1700jährigen Jubiläums des ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa zu Beginn der Österlichen Bußzeit in die Türkei, kurz bevor auch dort der Staatsterror zuschlug. Der am Kreuz Gestorbene bringt den Vorfahren in der Unterwelt die Erlösung (vgl. 1 Petr 3,19), zieht Adam und Eva und damit die ganze Menschheit aus dem Dunkel des Todes herauf, um sie in das Licht des neuen Lebens zu führen. Jesus Christus, das ungeschaffene Licht vom Licht, wie das nizänische Glaubensbekenntnis formuliert, überlässt der Finsternis am Karfreitag nicht das letzte Wort. Der österliche Lobgesang am Beginn der Osternachtfeier, das Exsultet, bringt diese Glaubenszuversicht in einem Paradox zu Ausdruck, das als Schriftzitat aus Ps 139 [138] eingeführt wird, der von Gottes Allgegenwart spricht. Das Schriftzitat ist der Angelpunkt des Textes, indem es die Nacht der Auferstehung Jesu als Wende im Drama der Heilsgeschichte zwischen Schöpfung (Adams Schuld) und Vollendung (Wiederkunft Christi) markiert. Der Introitusgesang am Ostermorgen bezieht sich ebenfalls auf Ps 139, indem er den Auferstandenen mit den Worten des Psalms sprechen lässt: „Auferstanden bin ich, und noch immer bin ich bei dir, halleluja. Du hast deine Hand auf mich gelegt, halleluja. Wunderbar wurde dein Wissen (um mich), halleluja, halleluja“ (vgl. Ps 139,5.6). Der Sohn wird sich dessen bewusst, dass er niemals vom Vater verlassen war, auch nicht in der dunklen Todesstunde am Kreuz. Der vierte Evangelist sagt es christologisch: „Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Joh 1,5). Zwischen Karfreitag und Ostern liegt aber der Karsamstag, die Zeit des Ausgelöscht-Seins. Die gegenwärtige Zeit erscheint vielen als ein fortwährender Karsamstag, ohne Hoffnung auf einen Ostermorgen. In den Evangelien sind es die Frauen, die gegen alle Hoffnung dennoch zu ihrem Meister stehen. Deshalb sind sie auch die ersten Zeuginnen des Auferstandenen. Hoffen wider alle Hoffnung – und durch Zeichen der Zuwendung Zeugnis von der Gegenwart Gottes in unserer Welt geben – das ist wohl der Ruf der Stunde. Am Ende des Exsultet heißt es von der Osterkerze: „Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht: dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, der von den Toten erstand, der den Menschen erscheint in österlichem Licht.“
Ein Aufblitzen von österlichen Lichterfahrungen und begründete Hoffnungszeichen wünscht herzlich,
Die Kunstkirche Pax Christi in Krefeld ist mit ihrer Sammlung zeitgenössischer Kunst einzigartig in Deutschland und genießt über die Stadtgrenzen hinaus große Anerkennung. In der kunstinteressierten Gemeinde wurde zuletzt verstärkt diskutiert, wie die Werke nach dem Tod von Pfarrer Karl-Josef Maßen im Jahr 2017 – auf den ein Großteil des Bestands zurückgeht – neu belebt und in die Zukunft geführt werden können.
Live-Hörspiel: „Die Ringe des Saturn“
Ende März wird in Pax Christi erneut Blasius‘ ortsspezifisches Live-Hörspiel „Die Ringe des Saturn“ aufgeführt. Eine von zwei Schauspieler*innen gesprochene Textcollage entfaltet sich im Kirchenraum, verbindet individuelle Erinnerungen, historische Ereignisse und Fiktionen. Besucher*innen hören Stimmen, die persönliche Verluste reflektieren – diese verweben sich mit Beschreibungen von Fossilien aus dem Anröchter Steinbruch sowie mit Ereignissen des Bürgerkriegs in Guatemala. Durch diese Erzählstrukturen entstehen innere Bilder, die neue Denk- und Wahrnehmungsräume eröffnen und die ausgestellten Kunstwerke in neuem Licht erscheinen lassen.
Den von Sebastian Blasius verfassten Text sprechen die Schauspieler*innen Mélanie Fouché und Nicolas Schwarzbürger (Ensemblemitglied des Theaters Krefeld/Mönchengladbach).
Vorstellungstermine: Samstag, 29.03., 18:00 Uhr und Sonntag, 30.03., 12:30 Uhr
Sebastian Blasius
Installation: „FORTUNA“ von Liora Epstein
Ab April realisiert die bildende Künstlerin Liora Epstein eine Installation im Kirchenraum. Ihre für Pax Christi entwickelte Installation mit dem Titel „FORTUNA“ entfaltet sich prozesshaft und transformiert den Kirchenraum schrittweise. Verpackungen, Umhüllungen und Schriftzüge treten nach und nach in Erscheinung, während Linien vom Altar aus in den Raum wachsen. Nach einigen Wochen beginnt die Installation ebenso allmählich wieder zu verschwinden.
Das Werk thematisiert Schutz und Verletzlichkeit, Glauben und Ökonomie sowie das Spannungsverhält-nis zwischen Provisorium und Stabilität. Es lädt zu vielfältigen Assoziationen ein – von christlicher Ikonographie bis zu Symbolen des Konsums. Im Zusammenspiel mit den vorhandenen Kunstwerken der Pax Christi-Kirche entsteht ein vielschichtiger Deutungsraum.
Künstlerinnengespräch: Sonntag, 18.05., 12:00 Uhr, mit Umtrunk
Audio-Performance: „825 Takte“ von Christoph Korn
Für die „Nacht der offenen Kirchen“ (27.06.) und „Kultur findet statt“ (29.06.) hat Blasius den Düssel-dorfer Audio- und Medienkünstler Christoph Korn eingeladen, seine Audio-Arbeit „825 Takte“ in Pax Christi aufzuführen. Dabei wird der berühmte „Walkürenritt“ von Richard Wagner in einer mehrstündigen Performance schrittweise perforiert und gelöscht. Korn überführt die wuchtige, durch ihre historische Nutzung aufgeladene Komposition – von NS-Propaganda bis „Apocalypse Now“ – allmählich in Stille, sucht darin Raum für das Kleine, Fragile, Schutzsuchende. Besucher*innen können die Performance flexibel erleben, da ein Kommen und Gehen jederzeit möglich ist.
Sebastian Blasius’ künstlerisches Wirken in Krefeld
Sebastian Blasius (*1979 in Krefeld) ist dem lokalen Publikum durch verschiedene Projekte bekannt, darunter seinen Theaterabend „BEUYS‘ KÜCHE“ (Theater Krefeld/Mönchengladbach, 2021), das instal-lative Konzert „unter dem eis“ (Pax Christi, 2024) und die Box-Performance „(UN)GERÜSTET ZUM LEBENSKAMPF“ (2019, Schütte-Pavillon).
Der aus Linz am Rhein stammende Bildhauer Günther Oellers, der am 27. Januar 2025 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, studierte ab 1947 an den Kölner Werkschulen und 1951 bei Ossip Zadkine in Paris, wo er auch Constantin Brancusi im Atelier besuchte. Zusammen mit seiner Frau, der Malerin Edith Oellers-Teuber (1923 – 2015) blieb er als freiberuflicher Künstler anschließend in Linz ansässig und schuf bis zu seinem Tode eine große Anzahl an kirchlichen und profanen Auftragsarbeiten, die zunächst vor allem im Rheinland, später auch überregional in ganz Deutschland entstanden.
Daneben wurde das Atelierhaus in Linz zu einem Treffpunkt für einen umfangreichen Freundeskreis aus Literaten, Musikern, Theologen, Politikern und Wissenschaftlern; neben Gesprächen wurden dort auch verschiedene Aufführungen, Lesungen, Klangsteinkonzerte veranstaltet. Günther Oellers gehörte 1972/73 wie Josef Beuys, Heinrich Böll oder Georg Meistermann zu den Mitbegründern der FIU (Freie Internationale Universität) und hatte 1985/86 einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf.
Zwei Oellers-Skulpturenwege befinden sich heute in Linz am Rhein und im RWW-Wasserwerk Mülheim-Styrum. Auch einige seiner als „Chor der Singenden“ bezeichneten „Klangplastiken“ – durch rhythmisches Anschlagen ertönende Basaltlava-Skulpturen – sind noch öffentlich präsentiert. Der schriftliche Nachlaß des Künstlerpaares befindet sich im „Rhein. Archiv für Künstlernachlässe“ in Bonn.
Die Arbeit von Günther Oellers kreist immer wieder um die menschliche Figur und deren Umsetzung in das bildhauerische Material (Stein – Holz – Bronze) – zuerst noch abstrahierend in der Einzelfigur, dann immer mehr als Integration menschlicher Gemeinschaftstätigkeiten in den rundum gestalteten Block.
So wie die divergierenden Formen bewegter Menschenmassen in der Skulptur zu einer einzigen großen Form zusammengefasst werden, so soll auch dem Sich-Verflüchtigen in der Vereinzelung die erhebende Idee des „Wir“-seins gegenüberstehen. Die Vorstellung einer allumschließenden, tragenden Gemeinschaft erweitert das Menschlich-Soziale schließlich in die Ebene des Transzendenten, da wo beispielsweise das fast bildlose Wirken der Engel zu einem assoziativ erlebbaren Bindeglied zwischen Mensch und Gott geworden ist. (aco)
(P.S.: Im September 2025 ist im Kunstverein Linz/Rhein eine Gedächtnis-Ausstellung geplant)
Tänzer, um 1950, Basaltlava Günther Oellers und der Schlagzeuger Günter Sommer vor 3 Klangsteinen, H.Böll-Haus Langenbroich 1989 Die Engel der großen Jakobsleiter, 1970, Holz, farbig gefasst
DANKE und ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2025 aus dem heißen Indien.
Ich habe hier keine Kerzen und geschweige Streichhölzer, aber hier gibt es bei den Armen ganz andere Lichter. Ich versuche es täglich in den Slams einzufangen. Unvorstellbar wenn man es täglich vor sich hat und dies schon über einen Monat. Advent eben auf meinen Gratwanderungen mit dem Zeichenstift und Rucksack. Eine Herausforderung, welche ich oft genug im Leben durchmachte und noch durchmachen darf …
ein ereignisvolles Jahr geht zu Ende. Ob der vielen schrecklichen menschengemachten und schicksalhaften Ereignisse, von denen das Jahr übervoll war, geraten die positiven allzu leicht in Vergessenheit. Was unsere Gesellschaft anbetrifft, so ist in erster Linie das Erscheinen des Bandes „Herbert Falken – Dunkler werden, um Licht zu sein“ zu nennen, dem eine intensive Vorbereitungsarbeit voranging, an sich der eine Reihe unserer Mitglieder beteiligt hatte. Die Buchvorstellung am 27. September in St. Gregorius im Rahmen einer Festakademie war eindrucksvoll. Die Mitgliederversammlung am 29. November führte uns nach Langenbroich, wo wir noch einmal das Atelier Falkens authentisch erleben konnten. Die Wahl des Ortes stand auch im Zusammenhang mit Bestrebungen, das Ateliergebäude als Ort der Begegnung von Kunst und Kirche im Sinne von Herbert Falken zu erhalten. Dem Ehepaar Schnitzler gebührt großer Dank für die sorgfältige Obhut des Anwesens. Vorstand und Beirat wurden neu gewählt, und damit stellt sich die Frage, in welche Richtung sich die Gesellschaft in den nächsten Jahren entwickeln soll. Aufgaben gibt es genug, die Frage ist, was wir leisten können und wollen und welche Kooperationspartner zur Verfügung stehen. Wie schon in dem Schreiben vom Mai dieses Jahres angefragt sind wir dankbar für grundsätzliche Hinweise und konkrete Vorschläge.
Auch im Namen der anderen Mitglieder des Vorstands und des Beirats wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolleres, glückliches Neues Jahr
Am 11. September 2022 feierte der Künstler und Seelsorger Herbert Falken in St. Gregorius in Aachen seinen 90. Geburtstag, der durch die von der „Gesellschaft für den Dialog von Kunst und Kirche e.V.“ initiierten „Falken-Wege“ begleitet wurde: Hier wurden an 15 verschiedenen Orten und Stationen zahlreiche Werke von Herbert Falken in Sonderausstellungen und Bestandspräsentationen gezeigt. Infolge seines Todes am 31. Oktober 2023 ist aus dem zu den „Falken-Wegen“ geplanten Dokumentationsband nun ein erweiterter Rückblick auf Leben und Werk geworden.
Der Band ist in zwei Teile gegliedert. Der erste dokumentiert die „Falken-Wege“, angefangen vom Festakt in St. Gregorius, Aachen. Programmatisch ist die Laudatio von Prof. Dr.Dr. Thomas Sternberg vorangestellt, die Leben und Werk Herbert Falkens kongenial ins Wort fasst.
Ein zweiter Teil enthält eigene Beiträge zu Person und Werk Herbert Falkens, die teilweise neues Licht auf den Künstler und seine Kunst werfen, so z.B. zu Falkens Frühwerk, weiterhin Quellen und Texte zur Mystik bei Falken oder eine ausführliche Darstellung seiner freundschaftlichen und kollegialen Beziehungen (u.a. zu Peter Ludwig, Klaus Hemmerle oder Heinrich Böll). Auch die Biographie, das Literaturverzeichnis und das Verzeichnis von Werken Falkens in öffentlichen Sammlungen sind aktualisiert worden.
Die neue Publikation zeigt, dass Person und Werk Falkens von ungebrochener Aktualität sind. Manche seiner scheinbar düsteren Themen als Zeichner und Maler wurden in seiner letzten Lebensphase von der Wirklichkeit eingeholt, sei es durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine oder den Terrorangriff der Hamas auf Israel und dessen Folgen. Dennoch bleiben die Arbeiten nicht in der Verzweiflung stecken, sondern dringen bis ans Ende der Nacht durch, worauf der Buchtitel „Dunkler werden, um Licht zu sein…“ hinweist.
Albert Gerhards, Adam C. Oellers (Hrg.),
Herbert Falken – Dunkler werden, um Licht zu sein, Schnell & Steiner Verlag Regensburg 2024, 176 Seiten mit zahlreichen Abbn.
Presse-Info von der Mitgliederversammlung am 29. November 2024 in Langenbroich, Atelier Herbert Falken & Heinrich Böll-Haus
Ausgehend vom Lebenswerk des Aachener „Malerpriesters“ Herbert Falken (1932-2023) hat sich die Gesellschaft für den Dialog von Kunst und Kirche (GDKK) zur Aufgabe gesetzt, das angespannte Verhältnis zwischen Kunst und Kirche in ökumenischem und interdisziplinärem Sinne neu zu beleben.
Auf der jüngsten Mitgliederversammlung im Atelier von Herbert Falken in Langenbroich wurden neben einer Rückschau auch einige Zukunftsperspektiven vorgestellt. Die letzten beiden Jahre waren durch die Jubiläumsveranstaltungen zu Herbert Falkens 90. Geburtstag bestimmt – mit einer langen Reihe überregionaler Werkpräsentationen (den sog. „Falken-Wegen“) sowie einer nachfolgenden neuen Buchpublikation zu Leben und Werk („Herbert Falken – Dunkler werden, um Licht zu sein“).
Als eine ihrer neuen Aufgaben benannte die GDKK den Einsatz für eine Erhaltung und zukünftige Nutzung des Falken-Ateliers; erfolgversprechende Bestrebungen und Gespräche sehen hier vor, das Haus für ein Projekt mit Kunststipendiaten zu öffnen. Damit könnte Langenbroich zu einem neuen Begegnungsort von Literatur, Kunst und Kirche werden, denn das Falken-Atelier würde somit zu einem Pendant des benachbarten Heinrich Böll-Hauses mit seinen Stipendiaten werden. Das Interesse an einer Kooperation zeigte sich bereits bei einer anschließenden gemeinsamen Veranstaltung der GDKK und des Fördervereins Heinrich Böll-Haus Langenbroich. Dazu fand im Wintergarten des Böll-Hauses auch ein Vortrag statt, der sich auf eine Spurensuche zu den Menschen und Freundschaften um Heinrich Böll und Herbert Falken begab.
aktueller Vorstand – vlnr. M. Scholz, A. Oellers, B. Heisterkamp, H. Fischer, A. Gerhards, P. Larue, M. Denhoff