
Nach dem Tode von Herbert Falken (11.9.1932 Aachen – 31.10.2023 Düren) bemühte sich vor allem die GDKK (Gesellschaft für den Dialog von Kunst und Kirche) neben ihren Aktivitäten um eine würdige Präsentation seines künstlerischen Lebenswerkes (vgl. dazu www.falken-wege.de) auch darum, eine neue Nutzung für sein verwaistes Atelier zu finden. Da eine museale Nutzung nicht realisierbar erschien, konzentrierten sich die Überlegungen schließlich auf ein “artists-in-residence” – Projekt: als Gesprächspartner waren hier beteiligt die Kirchengemeinde Untermaubach (als Besitzer der Immobilie), das Bistum Aachen, die Stadt Düren (u.a. als Träger des benachbarten Böll-Hauses) sowie das Cusanus-Werk (als Studienstiftung). Trotz vieler intensiver Gespräche und Verhandlungen ließ sich das Vorhaben letztlich aus finanziellen Gründen, die auch den baulichen Zustand des Hauses betrafen, nicht mehr verwirklichen.
So ist nunmehr das malerische Haus- und Hof-Ensemble aus Bruchsteinen, das an die ehem. Rektoratskirche St. Maria Vermählung von 1705 angebaut ist, seit längerem leer geräumt und steht zum Verkauf. Herbert Falkens Nachlaß ist zusammen mit der Nachlaßverwaltung und mit Hilfe der GDKK sorgsam gepflegt und öffentlichkeitsbezogen verwertet worden. Noch vorhandene Kunstwerke sind tlw. verkauft, an Museen gestiftet bzw. durch das Bistum Aachen magaziniert worden. Falkens umfangreiche Bibliothek wurde von der Diözesanbibliothek (im Katechetischen Institut Aachen) übernommen. Schriftdokumente wurden dem Rheinischen Archiv für Künstlernachlässe (RAK ) in Bonn übereignet.
Mit der Auflösung des Nachlasses übernahm die GDKK aber noch zwei Folgeprojekte in ihr Programm: zum einem wird ein Buchband mit einer Auswahl seiner immer sehr zeitaktuellen Predigten herausgegeben, zum anderen wird ein Literaturverzeichnis mit sämtlichen Nachweise über Falkens Werken erstellt, um die vielfältige Rezeption seiner Kunst zu dokumentieren. Die GDKK sieht dies als programmatische Verpflichtung gegenüber seinem Lebenswerk an, auch wenn der Ort seines Schaffens leer geworden ist: Noch sind die Zeichen an der Kaminwand oder die vielen Signaturen am Durchgang zum Graphik-Atelier erhalten, die von Besuchern wie dem Ehepaar Böll, Bischof Klaus Hemmerle oder Künstlern wie Jochen Bandau und Georg Meistermann künden. Dies im Sinne einer unmittelbaren Begegnung von Kunst und Kirche zu dokumentieren, wäre möglicherweise noch eine letzte Würdigung des so offenen Ateliers von Herbert Falken. (aco)




